Rezension: Ich will dich nicht töten von Dan Wells

8. Oktober 2011 by Mel

John wartet ungeduldig auf Niemand, den Dämon, den er selbst nach Clayton zitiert hat, nachdem er Forman aus dem Weg geräumt hat. Und dann endlich passieren die nächsten Morde: machthabende, ältere Männer werden getötet, den Händen und der Zunge entledigt und mit einem Messer brutal aufgeschlitzt.
Voller Tatendrang versucht John ein Täterprofil zu erstellen und dem Killer auf die Schliche zu kommen. Doch plötzlich bringen sich nach der Reihe junge, beliebte Mädchen um, scheinbar ohne Grund. Zusammen mit seiner neuen Freundin Marci versucht er, den Mörder auszuschalten und gleichzeitig die Suizide zu erklären.
Irgendwann wir ihm aber schmerzlich bewusst, dass es sich nicht nur um einen Mörder und Dämon handelt, sondern zwei Personen, die Menschen umbringen, sowohl direkt durch Gewalt, als auch indirekt durch Besessenheit, oder wie auch immer man es nennen mag …

Nun ist es vorbei, vorüber und endgültig aus. John wir keine Dämonen mehr vernichten, seine Geschichte ist abgeschlossen und für uns nun beendet. Auf der einen Seite schade, wenn ich habe John wirklich ins Herz geschlossen, andererseits aber auch gut, denn so stehen nicht hunderttausend Teile einer Serie im Regal, von der man nie weiß, wann und ob sie aus sein wird. Zudem sehen diese drei Bücher nebeneinander wunderschön im Regal aus.
Aber nun zum Inhalt selbst. Der Anfang hat sich für meinen Geschmack etwas zu sehr gezogen. Alles wirkte in meinen Augen ein wenig erzwungen und zu sehr bemüht, vor allem aber war ich stellenweise wirklich verwirrt. Lag es nun daran, dass ich nicht konzentriert genug gelesen habe, oder dass die Geschichte einfach verworren war, sei jetzt einmal dahin gestellt.
In jedem Fall fand ich die emotionale Verbindung zwischen dem Leser und John in diesem Band am stärksten spürbar. Es war, als wäre ich ein Teil von ihm, weshalb ich durch ein nicht enden wollendes Gefühlschaos gestolpert bin, das John wohl nie gefühlt hätte, mir jedoch nicht erspart blieb. Insbesondere der letzte Satz in Kapitel zwanzig verpasste mir einen deftigen Fausthieb in die Magengrube. Mein zarter Hoffnungsschimmer, endlich würde es gut werden, würde mit einem Pusten des Autors wieder vernichtet und ich klappte das Buch zu, als würde ich dadurch die ganzen Emotionen, die in mir tobten, wegsperren. Aber um ganz ehrlich zu sein, deutet das alles nur darauf hin, dass das Buch gut war. Nein, nicht gut, es war grandios. Vielleicht war es auch nicht grandios, vielleicht war es besser als grandios, das passende Superlativ gibt es aber nicht. Es ist einfach unbeschreiblich.
Danke, John, für die Stunden voller Abenteuer, Gefühlsduselein, blutgetränkten Augenblicken und feurigen Momenten. Pass auf dich auf und mach es gut, wir werden dich nie vergessen!


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