Rezension: Brief an mein Leben Miriam Meckel

24. Juli 2011 by Mel

Miriam hat “medizinischen Stubenarrest” bekommen, der sie dazu zwingt, 48 Stunden in ihrem Zimmer in der allgäuer Klinik zu verbringen. Ob sie will oder nicht, sie muss sich mit sich selbst auseinandesetzen, da Fernsehen, Laptop, Bücher, Handy und sogar Gespräche mit anderen Patienten tabu sind. Während diesen zwei Tagen nimmt sie uns mit auf die Reise in sich selbst, erzählt, wie es zum Burnout kam, wie sie sich jetzt fühlt, was im Klinikalltag passiert.

Ich hatte damit gerechnet, dass die Autorin ihre Geschichte chronologisch aufbaut, aber dem war nicht so. Sie hat uns das erzählt, das ihr während ihres “Stubenarrests” einfiel, als sie nachdachte. Erst am Ende habe ich verstanden, dass wir das ganze Buch über immer wieder in das Zimmer in der Klinik im Allgäu zurückkehren und nie von dort weg waren, sondern nur immer Frau Meckels Gedanken gefolgt sind.
Sie mag den Begriff Burnout nicht, deshalb verwendet sie ihn auch nur äußerst selten, das fällt schon zu Beginn auf.
Eine erfolgreiche Karriere scheint schon hinter und auch noch vor ihr zu liegen, aber dann war eben dieser Zwangsausstieg aus ihrem Alltag. Ich habe mir gewünscht, dass wir mehr von der Zeit vor dem Burnout erfahren, nicht immer nur solche kleinen Ausschnitte. Deshalb wäre mir auch der chronologische Aufbau lieber gewesen.
Ich war auch erschrocken, als ich ganz zu Anfang regelrecht in die Geschichte und somit ins mehr oder minder kalte Wasser geschmissen wurde.
Betroffenen würde ich das Buch nicht empfehlen, denn ein Ratgeber ist es keiner, es ist wirklich nur die Schilderung aus der Sicht einer Erkrankten (mir widerstrebt dieses Wort ein bisschen, aber Burnout ist und bleib eine Krankheit), aus der man, meiner Meinung nach, nicht wirklich Hilfe bekommt.
So leid es mir tut, ich konnte mit dem Buch nicht warm werden, zumal die Schilderungen oft abschweiften und eigentlich nicht mehr viel mit der Geschichte zu tun gehabt haben. Deshalb gib es von mir für die Erfahrungen mit einem Burnout nur 2,5 Sterne …


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