Rezension: Geisterritter von Cornelia Funke

20. Juli 2011 by Mel

Jon mag den neuen Lebensgefährten seiner Mutter nicht, der sie dazu überredet, ihn auf ein Internat in Salisbury zu schicken, wo auch schon Jons Vater zur Schule ging. Er will nicht, denn die Ideen, die der Vollbart hat, können nicht gut sein. Als Jon dann im Internat ankommt, weiß er sofort: Hier gehört er nicht hin. Seine Zimmergenossen versuchen zwar alles, ihm das Einleben so leicht wie möglich zu machen, aber diese wissen auch nicht, dass Jon in seiner sechsten Nacht in Salisbury drei Geister erschienen sind, die ihn in Angst und Schrecken versetzt haben. Der Anführer dieser Geisterbande droht ihm auch, ihn zu töten, denn ein alter Familienfluch liegt auf den männlichen Nachkommen mütterlicherseits.
Jon weiß sich nicht zu helfen, bis er von seiner neu gewonnenen Freundin Ella erfährt, dass ihre Großmutter sich sehr gut mit Geistern und allem drum und dran auskennt. Aber hat diese es auch schon mit mordenden Spukgestalten und tapferen Rittern zu tun gehabt?

Das Buch ist im Großen und Ganzen betrachtet gut. Es ist spannend und regt zum Weiterlesen an. Es hätte mit jedoch besser gefallen, wenn die Bilder wieder von der Autorin selbst gewesen wären, denn bei den Illustrationen von Friedrich Hechelmann fehlt mir das Leben der Figuren.
Die Charaktere der Geister haben mir besonders gut gefallen, denn genauso stelle ich mir jemanden vor, der schon ein paar hundert Jahre tot ist und noch immer auf dieser Erde wandelt.
Jon ist für einen elfjährigen sehr mutig und Ella ist mindestens genauso unerschrocken. Zelda scheint mir immer ein bisschen wie eine Hexe, aber eine liebenswürdige. Der Vollbart hat sich im Laufe der Geschichte ja doch noch ein bisschen gebessert und von einer Seite gezeigt, die ich nicht erwartet hätte. Zumal ich ja überhaupt nicht damit gerechnet hatte, dass der Vollbart doch noch so einen Part bekommt!
Weil ich mich nun beim besten Willen nicht entscheiden kann, ob ich drei oder vier Sterne gebe, gibt’s 3,5.

Vielen Dank an den Cecilie Dressler Verlag für das Leseexemplar!


2 Kommentare »

  1. Manfred sagt:

    Hat es Dich denn gar nicht gestört, dass die Geschichte von einem erwachsenen Jon in einer Rückschau erzählt wird, sodass zu keinem Zeitpunkt echte Spannung aufkommen kann, weil dem Leser von Anfang an klar ist, dass alles halb so wild ist, er es überstehen wird und keine “Gefahr” sich jemals als wirklich gefährlich herausstellen würde? Mir hat’s nach der Leseprobe gereicht. Ich habe “Geisterritter” abgehakt!

    • Mel sagt:

      Nein, das hat mich gar nicht so sehr gestört. Ich wusste zwar schon, wie das Buch enden würde, aber trotzdem wollte ich es weiterlesen. Also ich persönlich hatte damit absolut kein Problem, wie es anderen dabei ging, weiß ich nicht.

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