Rezension: Schuld währt ewig von Inge Löhnig

6. Dezember 2011 by Mel

Auf Dühnfort wartet ein neuer Fall. Ein Architekt wird eiskalt überfahren, eine junge Frau ertränkt und eine alte Dame vergiftet. Der erste Mord sieht anfangs wie ein ganz normaler Unfall mit Fahrerflucht aus, aber Dühnfort und seine Kollegen sind davon überzeugt, dass es ein kaltblütiges Tötungsdelikt war. Es gibt einen Zeugen, der den Fahrer vielleicht sogar erkannt hat, aber dieser verschwindet plötzlich spurlos.
Währenddessen versucht eine junge Frau ein jahrealtes Drama zu vergessen. Vor sechs Jahren fiel ein kleiner Bub, auf den sie aufgepasst hatte, aus seinem Stockbett und brach sich sein Genick. Ihr fehlen die wichtigsten Sekunden dieses Vorfalls; sie kann sich einfach nicht daran erinnern. Verdrängung, der Eigenschutz des Gehirns hat sich in Bewegung gesetzt und lässt Sanne nicht drauf kommen, was wirklich passiert ist. Die Mutter des Jungen gibt natürlich ihr die Schuld, aber hat sie diese wirklich? Oder war es tatsächlich nur ein unglücklicher Zufall, bloß ein grausamer Schicksalsschlag?
Noch ahnt niemand, weder Dühnfort und seine Kollegen, noch Sanne selbst, dass sie mit dem bisherigen Mordopfern eine Gemeinsamkeit hat, nach der der Mörder gezielt sucht …

Lieber Herr Komissar Dühnfort – es war schön, dich einmal mehr durch die Entwicklungen zu begleiten, den Mörder zu finden, um Menschenleben zu bangen, in Vorwürfen zu versinken und dann doch wieder voller Entschluss weiter nach diesem einen grausamen Menschen zu suchen.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich wieder etwas neues von Dühnfort, Gina, Alois und Co. zwischen die Finger bekommen habe.  Es war mit einmal mehr ein Vergnügen, zu bangen, zu hoffen, zu hassen, zu lachen, beinahe zu weinen, zu rätseln und auch mich zu freuen. Die Autorin hat mich mal wieder durch ein sehr breites Emotionsspektrum gezerrt, was mich aber keineswegs stört ;)
Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass ich den Schreibstil der Autorin liebe. Er ist detailreich, lässt aber trotzdem noch Platz für eigene Interpretationen und Gedanken – eine Gratwanderung, die man erst einmal so perfekt meistern muss.
In diesem Buch lernte man Alois auch einmal näher kennen, was ich sehr schön fand. Fast bis zum Schluss kam er mir ziemlich unsympathisch vor, aber dann hat er, durch diverse Handlungen, ein paar Pluspunkte bei mir gesammelt ;)
Das Cover passt, meiner Meinung nach, auch sehr gut. Es bring eine der Hauptaussagen auf den Punkt. Und zwar genau.
Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich beim Ende Tränen in den Augen. Es war einfach so passend, ein Schluss, der wie geschaffen schien.
Nun bleibt mir eigentlich nur mehr über, zu hoffen, dass die liebe Autorin ganz, ganz, ganz schnell schreibt, damit ich bald wieder etwas von Dühnfort und Mördern in und um München lesen kann :D

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag und Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!


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