Rezension: Totengleich von Tana French

1. Juni 2011 by Mel

Cassie Maddox arbeitete früher als Undercoverbeamtin, bis sie von einem Drogenkönig niedergestochen wurde. Seither war sie im Dezernat für häusliche Gewalt untergebracht; jeden Tag in einem Hosenanzug hinterm Schreibtisch sitzen. Eigentlich nicht das, was sich Cassie vorgestellt hatte, aber sie nahm es hin.
Doch dann ruft ihr Freund sie zu einem Tatort, wo sie auch auf ihren Undercover-Chef Frank trifft. Eine weibliche Leiche wurde gefunden und zunächst ist es für Cassie ein Rätsel, warum gerade sie zum Fundort der Leiche gerufen wurde – bis sie die Leiche sieht. Die Tote sieht ihr zum Verwechseln ähnlich, bis auf die tödliche Stichwunde im Bauch.
In Franks Kopf entsteht bereits ein Plan: Der Tod der Frau hat sich noch nicht herumgesprochen, ihre Mitbewohner und Kommilitonen haben sie noch nicht als vermisst gemeldet, also hat er die Chance, allen aufzutischen, dass diese junge Frau nur niedergestochen wurde, es aber überlebt hat. Kurz gesagt: Er will Cassie in das Umfeld der Erstochenen einschleusen und so den Mörder finden.
Es wird nicht leicht, aber Cassie ist klug und erfahren, ihr fällt es nicht einmal schwer in die Rolle von Lexie Madison zu schlüpfen …

Der Anfang des Buches zog sich meilenweit. Stellenweise wurde es mir fast zu langatmig, aber ich wollte trotzdem wissen, wie es weitergeht, deshalb habe ich das Buch nicht zur Seite gelegt. Da es so ein dicker Wälzer ist, habe ich neben der Schule fast einen ganzen Monat dafür gebraucht, was sicher auch damit zusammenhing, da es doch eine gewisse Konzentration fordert, um die Geschichte richtig verfolgen zu können.
Es war stellenweise wirklich richtig gruselig, wie mühelos Cassie Lexies Leben über- oder abgestreift hat.
Die „fantastischen Vier“ waren mir von Anfang an etwas suspekt, allerdings hätte ich Abby oder Justin wirklich gerne als Freunde gehabt, wo ich sie näher kannte.
Dass es keine herkömmliche Spannung gab, stand von Anfang an fest. Trotzdem war da etwas, das mich immer wieder zum Weiterlesen gebracht hat.
Ich würde das Buch nicht unbedingt als Kriminalroman betiteln, eher als Roman mit einem Mord und der Suche nach dem Mörder, denn zu einem Krimi gehört für mich richtig knisternde Spannung, die hier leider nicht vorhanden war, was aber keineswegs negativ ist.
Ich schwankte zwischen drei und vier Sternen, habe mich schlussendlich aber für drei entschieden, weil mich das Buch nicht vom Hocker gehauen hat, aber trotzdem nette Unterhaltung war.

 


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